Drei Kommunen für “ganzheitlichen” Hochwasserschutz

  • 08 Juli 2021

Drei Kommunen für „ganzheitlichen“ Hochwasserschutz

Bei einem Treffen im Erdinger Rathaus haben die Bürgermeister von Eitting und Berglern, Reinhard Huber und Anton Scherer, sowie Oberbürgermeister Max Gotz gestern ein gemeinsames Hochwasserschutzkonzept für ihre Kommunen gefordert. Ein formelles Schreiben an das zuständige Wasserwirtschaftsamt München sei bereits auf dem Weg, sagte Gotz.

Hintergrund der Initiative sind relativ detaillierte Planungen der Behörde für den Hochwasserschutz in Erding. Sie sehen im Wesentlichen einen linearen Ausbau vor, also Mauern und Geländemodellierungen entlang der Sempt. Im Vergleich mit anderen Varianten wie dem naturnahen Ausbau des Flusses und einem Rückhaltebecken bei Niederwörth stellte sich der lineare Ausbau als am effektivsten und wirtschaftlichsten heraus. Während die am stärksten betroffenen Anwohner im Stadtteil Altenerding übermäßige Eingriffe in ihre Grundstücke und den Uferbereich befürchten, „glauben wir, dass das Problem nur verlagert wird“, erklärte Anton Scherer. Mögliche Hochwasser würden nur durch Erding geleitet, um anschließend in den nördlich gelegenen Kommunen Eitting und Berglern zu Überschwemmungen zu führen. 

 „Es müssen ganzheitliche Lösungen erarbeitet werden, die auch den an Erding angrenzenden Gemeinden gerecht werden“, zeigte sich Reinhard Huber überzeugt. Wirksamen Hochwasserschutz könne keine Kommune allein leisten, bekräftigte der Oberbürgermeister, „weil das Wasser keine Gemeindegrenzen kennt“. Er rief alle Beteiligten – auch die in den südlich von Erding gelegenen Gemeinden wie Wörth – dazu auf, wieder in einen Dialog zu treten. Belastungen werde jede Kommune tragen müssen, „aber weiter Verantwortung abzulehnen heißt, sehenden Auges die nächsten Hochwasserschäden in Kauf zu nehmen“.